Hallo,
mein Name ist Digger. Ich bin ein Husky-Labrador Mischling und jetzt 6 Jahre alt.
Die ersten drei Jahre meines Lebens waren nicht sehr schön, da ich gar nichts gelernt habe und schon an mehrere Familien „weiter gereicht“ worden bin. Niemand wollte mich behalten und so bin ich immer wieder ins Tierheim abgeschoben worden! Man sagte, ich sei sehr schwierig und aggressiv!
Im Oktober 2006 entdeckte mich dann mein heutiges Frauchen, Astrid, im Tierheim und hat sich sofort in mich verliebt. (Ehrlich gesagt, ich fand sie auch auf Anhieb sympathisch :-) ). So hat sie mich dann mit zu sich nachhause geholt und Gott sei Dank auch behalten, obwohl der Anfang mit mir alles andere als einfach war.
Denn Astrid musste bald feststellen, dass ich einfach nicht zu bändigen war, was wohl der Husky in mir ausmacht. In der ersten Zeit ging ich auf alle Hunde los und auch Menschen, die mir zu nahe kamen, waren mein Angriffsziel! Langsam vorbei fahrende Autos waren mir unheimlich und durchaus nicht zu groß, um sie in die „Flucht zu schlagen“ und auch am Boden liegende Gegenstände waren vor mir nicht sicher. Wie es heißt, war eigentlich gar nichts vor mir sicher und Jagen war meine große Leidenschaft!
Astrid war verzweifelt und beschloss, sich Hilfe zu holen, da ich von Grund auf alles lernen musste. Sie geriet an Renate, Chefin vom Dienst in der Hundeschule „Ide(e)fix&Co. Renate besuchte uns erst einmal zuhause, um sich ein Bild von meinem Verhalten und meinen Problemen zu machen. Ich war nicht ganz so begeistert von der Idee, dass man nun an mir rumerziehen wollte. Das zeigte ich auch ganz deutlich und zwickte die doofe Hundetrainerin zur Begrüßung erstmal in den Po.
Renate ließ sich aber davon gar nicht einschüchtern und hat in aller Ruhe mit Astrid und ihrer Mama meine Probleme durchgesprochen und den beiden ganz viele nützliche Tipps für das Zusammenleben mit mir gegeben. Ich lag da und beäugte alle skeptisch. Musste dann aber eingestehen, dass Renate nicht Unrecht hatte mit dem, was sie meinen Menschen sagte. Da war sie mir dann nicht mehr ganz so unsympathisch. Hätte ich damals aber natürlich niemals zugegeben :-). Ließ ich mir selbstverständlich auch nicht anmerken. :-) Sie hatte sehr schnell erkannt, dass die Ursache für mein rüpelhaftes Verhalten, Menschen gegenüber, in einer tiefen Unsicherheit begründet war. Hatte ich doch nie wirklich Vertrauen zu Zweibeinern aufbauen können.
Nach der Problemanalyse ging es dann nach draußen und da ich einen Ruf zu verteidigen hatte, zeigte ich gleich beim Nachbarshund, dass ich ihn so gar nicht leiden konnte und machte ganz deutlich klar, dass der ja nicht in meine Nähe kommen durfte. Alles was ich so drauf hatte führte ich vor. Meinen Menschen wars peinlich, aber Renate blieb gelassen.´Die Hundetrainerin erklärte meinem Frauchen, dass sie sehr viel Geduld und Ausdauer brauchen würde und konsequentes Training und versprach ihre Unterstützung.
Da ich die Leine gar nicht mochte und mich da als perfekter Zughund erwies, mich meisterlich ungestüm gebärdete, wann immer ein Artgenosse auftauchte, wurden erst einmal ein Brustgeschirr und ein Halti für mich besorgt. Und auch eine Schleppleine war schnell gekauft. Renate erklärte Astrid ausführlich, wie sie das Halti anwenden sollte und wozu die Schleppleine gut war und dann gings los mit dem Training.
Zunächst hat mir das Halti gar nicht gefallen und ich machte um alles einen großen Bogen. Aber Astrid gab nicht auf (alle Achtung, die ist wirklich zäh und ich bin ziemlich stolz auf sie!) Mein Frauchen übte und übte und übte mit mir. Sie glaubte nämlich fest an mich! Und ganz allmählich, nach und nach machten wir Fortschritte! Aber leider mussten wir auch immer wieder Rückschläge hinnehmen, wenn mein Temperament mal wieder mit mir durchging. Denn noch fehlte mir der nötige Glaube an den Erfolg und das Vertrauen auf ein glückliches Hundeleben.
Ich habe meinem Frauchen oft angesehen, wie sehr verzweifelt sie war und es tat mir dann ja auch furchtbar leid, aber ich konnte eben nicht so einfach aus meiner Haut schlüpfen. Manchmal wollte sie aufgeben, denn sie dachte zwischendurch, wir schaffen das nie. Doch Renate von Ide(e)fix&Co. hat ihr immer wieder Mut gemacht und meine noch so kleinen Fortschritte hervorgehoben. Inzwischen besuchten wir auch schon Gruppenstunden und ich strengte mich ja auch wirklich an.
Na ja – fast 1 ½ Jahre mussten wir mit dem Halti spazieren gehen (Ja! Ich war ganz schön ausdauernd in meinem schlechten Benehmen). Aber all die Mühe hat sich gelohnt!!! Für mich und für mein Frauchen. Heute brauche ich kein Halti mehr und kann auch ohne Leine laufen, denn wenn Astrid mich ruft, renne ich sofort zu ihr, ganz egal wie groß die Ablenkung ist! Ich komme noch immer nicht mit allen meinem Artgenossen klar, aber, ich kann mit meinen vierbeinigen Kumpels toben und tollen. Das macht riesigen Spaß, das hätte ich ja früher gar nicht gedacht. Und um die anderen, die ich nicht leiden mag, mach ich eben einen großen Bogen. Deswegen aufregen, das ist vorbei. Pah! Die seh ich doch gar nicht!
Inzwischen haben Astrid und ich, dank Ide(e)fix&Co. und dem dortigen Trainerteam, die Begleithundeprüfung mit Pravours bestanden. Wer mich heute sieht, der erkennt das ich viel selbstsicherer und ausgeglichener geworden bin. Ich kann toll neben dem Fahrrad laufen und mit meinem Frauchen übermütig spielen. Jagen??? Das war gestern :-). Zuhause liebe ich es, mit meinen Menschen zu schmusen und zu kuscheln. Dafür passe ich auch super gut auf Haus und Garten auf, ohne Besucher oder Postboten anzuknabbern. :-) Mit anderen Worten: „Ich bin der tollste Begleiter der Welt, mit dem es einfach nur Spaß macht durchs leben zu gehen.“ sagt mein Frauchen, die sich jetzt auch noch kurz zu Wort meldet und Euch was sagen möchte:
Hallo, ich bin die Astrid. Und an alle, die Probleme mit ihrem Hund haben, richte ich folgende Bitten:
Gebt Eurem Vierbeiner und Euch die Zeit, die nun mal notwenig ist, je nach Problem. Habt Geduld, auch wenn es manchmal ausweglos erscheinen mag. Es lohnt sich in jedem Fall!! Wir haben heute einen SUPER Hund, der mit uns schmust und herumtollt, der seine Menschen liebt und beschützt. Der zu Fremden immer noch Distanz hält, heute aber ohne dabei aggressiv zu werden. Wir haben heute einen Hund, der das Vertrauen wieder gefunden hat und sein Leben genießt! Sucht Euch Hilfe bei Fachleuten, hört auf ihren Rat, arbeitet mit Eurem Hund. Gebt nicht zu früh auf, verliert niemals den Mut! Es lohnt sich wirklich!!!!
Eure Astrid und Digger | 




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